Verbraucherfreundliches Urteil des EuGH – Vielzahl von Kreditverträge widerrufbar

Mit seinem sehr erfreulichen Urteil vom 26.03.2020 hat der EuGH nunmehr Verbrauchern den Rücken gestärkt, indem er feststellte, dass die von Banken und Sparkassen in der Vergangenheit häufig verwendete Verweisungskette in der Widerrufsbelehrung zum Fristbeginn für den Widerruf unzureichend ist. Verbraucherkreditverträge müssen in klarer und prägnanter Form die Modalitäten für die Berechnung der Widerrufsfrist angeben.

Es reicht nicht aus, dass der Vertrag hinsichtlich der Pflichtangaben, deren Erteilung an den Verbraucher für den Beginn der Widerrufsfrist maßgeblich ist, auf eine nationale Vorschrift verweist, die selbst wiederum auf weitere nationale Rechtsvorschriften verweist. Genau dies ist jedoch in der Vielzahl von Kreditverträgen ab 2010 geschehen.

In den betroffenen Verträgen ist also die Widerrufsfrist niemals angelaufen, weswegen auch zum heutigen Tage ein Widerruf grundsätzlich noch möglich ist.

Als Verbraucher sollte man also handeln und seinen Kreditvertrag dahingehend prüfen lassen. Im Falle eines erfolgreichen Widerrufs lässt sich beispielsweise der alte in einen neuen und vor allem günstigeren Vertrag umschulden.

Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema.

Ihr kompetenter Ansprechpartner in unserer Kanzlei ist Rechts- und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Tobias Penzkofer.